Depressiv im Büro (Teil 1 meiner Reise in die Selbstständigkeit)

Bochum. Winter 2010. 06:45 Uhr. Ich betrat das verlassene Büro, begab mich zu meinem Arbeitsplatz, startete meinen Computer und dann war es wieder soweit …

Das Weinen, die Verzweiflung und die Aussichtslosigkeit waren wieder da.

Meine Gedanken wanderten von »Das soll also mein Leben sein? 5 Tage die Woche etwas machen, das ich hasse?!« …

… hin zu …

»Aber was soll ich sonst machen? Arbeit muss ja keinen Spaß machen. Arbeit muss nur das Geld für meine Miete einbringen.«

So ging das jeden Montag über mehrere Monate, bis ich beschloss, meinen Job innerhalb der Probezeit zu kündigen.

Das machte ich auch ein paar wenige Tage vor Ende der sechsmonatigen Probezeit. Meine Chefin unterzeichnete die Kündigung … und ich arbeitete noch 7 weitere Jahre im selben Unternehmen.

Aber fangen wir mal von vorne an: 2006 machte ich eine Ausbildung bei der Telekom als Software-Entwickler. Nach der Ausbildung schob ich meinen Zivi dazwischen und startete dann meinen ersten Job als Software-Entwickler bei einer Firma in der Nähe der Bochumer Universität.

Schon als elfjähriger schrieb ich in mein eigenes Poesialbum, dass ich mal Programmierer werden möchte. Das hatte ich dann spätestens 2010 geschafft.

Machte mich das glücklich? Nein, im Gegenteil. Es machte mich depressiv.

Wie oben schon beschrieben saß ich jeden Montagmorgen weinend im Büro (als noch kein anderer da war) und wusste nicht, wie mein Leben weitergehen sollte.

Ich wusste nur, dass ich das so nicht mehr will. Ich wusste aber nicht, was die Alternative dazu sein soll. Ich kannte die Welt der Selbstständigkeit, des Online-Marketings und all dem Kram überhaupt nicht.

Ich kannte nur den klassischen Weg des Angestelltendaseins. Die normale Arbeitswelt halt …

Schon damals habe ich vieles, was in der normalen Arbeitswelt der Standard war und ist, verachtet. Aber ich dachte zumindest, dass Software-Entwicklung mein Ding wäre. Ich dachte, das es Spaß machen würde.

Als Jugendlicher in Schulprojekten machte es das auch. Ich programmierte meine eigenen Spiele, bekam eine 1 in Software-Entwicklung in der weiterführenden Schule. Aber dann ging es in die echte Welt …

Bei der Telekom war das noch anders. Als Azubi war ich nie in der echten Welt der Programmierung. Wir hatten jede Menge Spaß. Und wenn ich ehrlich bin, richtig gearbeitet habe ich in der Zeit nur selten.

Dennoch war es eine wichtige Erfahrung für mein Leben – alleine schon, weil ich einige meiner jetzt noch besten Freunde dort kennengelernt hatte … Einer davon sollte noch drastisch dazu beitragen, dass ich jetzt dort bin, wo ich bin.

Ich kann an dieser Stelle schon sagen, dass ich sehr dankbar dafür bin, dass mein Leben damals so schmerzhaft war. Ohne dieses Erlebnis wäre ich jetzt nicht glücklich selbstständig.

Aber machen wir weiter …

Ich betrat also die echte Arbeitswelt und die echte Programmierung. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass etwas nicht stimmt. Und das Gefühl wurde nach zwei bis drei Monaten nach meiner Einstellung schon so stark, dass ich weinend Montagmorgens im Büro saß.

Also kündigte ich ohne echten Plan und ohne echte Alternative (außer eventuell Medikamente durch die Gegend zu fahren für ein paar Euro) und ließ die Kündigung von meiner Chefin unterzeichnen.

Aber wie ich ja schon schrieb, endete die Story bei diesem Unternehmen nicht an dieser Stelle. Mein anderer Chef kam nach einigen Tagen auf mich zu (ich musste ja noch ein paar Tage absitzen) und überredete mich, erstmal nur auf halbtags runterzugehen, weil er mich unbedingt im Unternehmen halten wollte.

Ich willigte ein und arbeitete zwei Monate lang halbtags von Montags bis Mittwochs (zwei volle und einen halben Tag) weiter in dem Unternehmen.

Nach 7 Wochen schrieb mich meine Bank an und wies mich daraufhin, dass ich einen DisPo von 500 EUR hätte, mein Konto aber schon bei -800 EUR liegen würde.

Mein damaliges Mindset zum Thema Geld (und vielen anderen Dingen) zwang mich dann dazu, keine Alternative dazu zu sehen, wieder auf Vollzeit zu gehen. Das tat ich dann schweren Herzens auch.

Anfangs wurde mir andere Arbeit versprochen, was auch eine Weile lang so war und dadurch erträglicher wurde. Das änderte sich aber recht schnell wieder und ich war wieder im alten Trott gefangen.

Ich fand mich damit ab, dass das Leben wohl so sein müsste. Dass ich 5 von 7 Tagen in der Woche unglücklich sein müsste. Dass ich nur 2 Tage in der Woche froh sein konnte (obwohl ich Sonntags schon damit verbrachte, Angst vor Montag zu haben). So war es eigentlich nur der Freitagabend und der Samstag, der echt cool war.

Das Weinen hatte immerhin aufgehört und wich einem Gefühl der Gleichgültigkeit. Ich hatte die Situation akzeptiert und lebte ein meist unglückliches Leben.

Dann trennte sich meine damalige Freundin im Jahre 2011 von mir. Das war wieder sehr schmerzhaft.

Das führte aber dazu, dass ich plötzlich Zeit dazu hatte, mir eine Gitarre zuzulegen. Ich ging in einen Musikladen und fragte nach der günstigsten Gitarre, die der Händler mir denn verkaufen könnte. Es war eine 99€-Gitarre, die ich sofort kaufte.

Ich brachte mir über YouTube (DANKE Marty Schwartz) das Gitarre spielen bei und übte jeden Tag. Nach einiger Zeit konnte ich bereits ein paar Akkorde spielen und schrieb meinen ersten Song. Er hieß »Der feuerspeiende Untermieter« …

Das ist der Remix von 2015 mit Schlagzeug, E-Gitarre und Co. Damals war es nur die Akustikgitarre und mein Gesang.

Die Freude war zurück in meinem Leben. Nach der depressiven Stimmung im Job und der Trennung meiner damaligen Freundin hatte ich wieder etwas gefunden, das mir Spaß machte. Und das trug mich auch durch die schlechteren Tage im Job.

Ich schrieb weitere Songs und wurde immer besser beim Gitarre spielen, Musik aufnehmen und mischen. Ich merkte, dass mir besonders das Mischen von Musik unglaublichen Spaß machte und kaufte mir gefühlt jedes virtuelle Instrument und Plugin auf dem Markt.

Dabei entstanden viele weitere Songs. Das Album »Drachenprobleme« entstand. Außerdem entstand eine Künstlerwebsite, auf welcher ich meine Songs präsentierte.

Ein guter Freund von mir, den ich damals in der Ausbildung bei der Telekom kennenlernte, war schon Musiker und hatte viel Ahnung von dem ganzen Zeug. Er half mir zu der Zeit sehr. Danke, Benjamin.

Nach einigen Monaten merkte ich, dass ich auch anderen Menschen zeigen wollte, wie sie Zuhause Musik aufnehmen und mischen können. Also wandelte ich die Künstlerwebsite in eine Musikerplattform um, auf der andere Musiker lernen konnten, wie sie Zuhause Musik produzieren können.

Ich schrieb jede Woche 1-2 Artikel, erstellte meine ersten YouTube-Videos und später entstand auch ein passender Podcast.

So fand ich in die Welt des Online-Marketings und Content-Marketings – ohne diese Fachbegriffe überhaupt damals gekannt zu haben. Ich machte es einfach direkt richtig.

Ich wollte meine Musikerplattform schließlich bekannter machen, weil ich wusste, dass meine Inhalte Menschen wirklich helfen.

Ich kaufte damals gefühlt jedes Buch zum Thema Marketing, Persönlichkeitsentwicklung und Zielsetzung. Ich stieß auf Cliff Ravenscraft (The Podcast Answer Man) und lernte, wie das mit dem Podcast funktioniert. Über ihn lernte ich Menschen aus dem Marketing und der Persönlichkeitsentwicklung kennen.

Menschen wie Michael Hyatt, Pat Flynn oder Michael Steltzner. Ich lernte so unglaublich viel und opferte meine komplette Freizeit, um mich mit all den Dingen vertraut zu machen, den all diese klugen Köpfe so von sich gaben.

Alle Strategien, die ich lernte, probierte ich sofort auf meiner Musikerplattform aus. Und was soll ich sagen … nach einiger Zeit zeichneten sich Erfolge ab und es wurden immer mehr Menschen auf mich und meine Plattform aufmerksam.

Dann war es irgendwann soweit. Es muss irgendwann im Jahre 2013 gewesen sein, als ich mein erstes digitales Produkt entwickelte und zum ersten Mal verkaufte.

Es war ein eBook für 17 Euro.

Ich werde die Freude niemals vergessen, die ich damals spürte, als diese 17 EUR virtuell zu mir rüberwanderten. Ich verdiente damals ziemlich gut als Software-Entwickler. Die 17 EUR waren nicht viel für mich … und trotzdem sollten sie meine Welt komplett verändern!

Warum?

Weil sie Glaubenssätze komplett umdrehten.

Ab sofort galt nicht mehr: »Arbeit muss keinen Spaß machen, sondern nur Geld für Miete einbringen.«

Es galt ab jetzt: »Arbeit darf jede Menge Spaß machen und dabei auch noch gutes Geld einbringen.«

Das veränderte einfach alles!

Das war es erstmal mit Teil 1 dieser Serie. Im nächsten Teil verrate ich dir von einer unfassbar dreisten Lüge von einem meiner damaligen Chefs und wie es so langsam mit meiner Selbstständigkeit losgehen sollte.

Bis dahin, machs gut und viel Freude. Mach das Beste aus deinem Leben.

Teil 2 der Serie findest du hier (klick einfach auf das Bild):

Kevin

Kevin Fiedler

Dank seinem Vertrauensmarketing-System hat Kevin bereits mehr als 750.000 Menschen erreicht. Völlig ehrlich und authentisch.

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